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 Zitadelle :

Von der Zitadelle geniesst man einen interessanten und beeindruckenden Blick über die 20 zig-Millionenstadt Kairo.  Bei klarem Wetter sind die Pypramiden von Giza zu erkennen - wir hatten leider einen von jährlich insgesamt fünf Regentagen erwischt.  Gleich unterhalb der Festung liegt das islamische Zentrum Kairos, die Sultan Hassan Moschee und Ibn Tulun-Moschee sind gut zu erkennen.  Das Dach ihrer Häuser dient den Großstadtbewohnern als “Speicher” für das, was man noch mal irgendwann gebrauchen könnte - es regnet ja so gut wie nie. Der Ursprung der Zitadelle geht auf Saladin zurück, der im Jahr 1176 Befestigungsmauern errichten ließ, um die Stadt besser gegen die Angriffe der Kreuzritter verteidigen zu können. Bis heute wird sie vom Militär genutzt, seit etwa 20 Jahren ist sie jedoch für die Öffentlichkeit zugänglich. Muhammad Ali machte die Festung Anfang des 19. Jahrhunderts zu seinem Regierungssitz - noch als osmanischer Pascha. Doch schon wenige Jahre später (1811) befreit er sich und Ägypten von der türkischen Herrschaft indem er hier in der Zitadelle sämtliche 480 versammelten Mamluckenführer ermorden läßt. Neben der Muhammad Ali Moschee befindet sich der “Schneckenbrunnen”, ein Schöpfbrunnen mit spiralförmigem Treppenhaus, der früher der Wasserversorgung der Zitadelle diente.
 

Mohammed Ali Moschee,  Alabaster Moschee :

Nach einer Explosion im Pulverlager der Zitadelle im Jahr 1824 wurden einige zerstörte Gebäudeteile nicht mehr wieder aufgebaut. Statt dessen ließ Muhammad Ali eine große Moschee im türkischen Stil errichten. Die über 80 m hohen Bleistiftminarette sind ihr Erkennungsmerkmal. Von hier ruft der Muezzin fünfmal täglich die Gläubigen zum Gebet Man betritt zunächst einen großen Hof, in dessen Mitte sich ein Reinigungsbrunnen (hanafiyya) befindet. Er dient der rituellen Waschung vor dem Gebet. Von diesem  Hof betritt man den Innenraum der Moschee, dessen alabasterverkleideten Wände der Moschee ihren gängigen Namen “Alabastermoschee” gegeben haben. Der Raumeindruck ist großartig, eine 52 m hohe goldverzierte Kuppel überkrönt das mit dicken Teppichen ausgelegte Innere, vier kleinere Kuppeln in den Ecken und vier Halbkuppeln über den Seiten ergänzen diese. Die ursprünglich der Beleuchtung dienenden Öllampen befinden sich mittlerweile im Museum und wurden durch elektrische Leuchten ersetzt - sie hängen kreisförmig von der Kuppel herunter und geben dem Ganzen einen schwerelosen Eindruck. Wenn man sich das unten stehende Panoramabild genau ansieht, erkennt man, daß zwei reich verzierte Kanzeln (minbar) vorhanden sind. Neben der großen (ältereren) Kanzel gibt es eine kleinere, die weiter in Richtung des mihrab steht. So wurde der Gebetsraum erheblich vergrößert, denn kein Gläubiger darf hinter dem Vorbeter niederknien.

 Sultan Hassan Moschee Rifa ´i-Moschee:

Von der Zitadelle ist die Sultan Hassan Moschee   sehr gut zu erkennen,  sie ist allein aufgrund ihrer Dimensionen (das Minarett ist über 81 m hoch, der unregelmäßige Gebäudekomplex ist über 150 m lang, das Gebetshaus 68 m hoch) besonders beeindruckend. Es handelt sich bei ihr um eine Liwan-Moschee, das heißt, um den Innenhof mit Reinigungsbrunnen gruppieren sich zum Hof hin offene Vorhallen mit tonnenförmigen Kuppeln.  Man gelangt in den Innenhof durch einen langen, geknickten Gang (der mit dicken Teppichen ausgelegt ist - und die waren bei unserem Besuch klatschnass!). In der Mitte des Hofes der obligatorische Reinigungsbrunnen, dessen Kuppel auf acht Säulen ruht. Der Hauptliwan ist größer als die drei anderen Liwane und enthält als typisches Element eine Gebetstribüne (dikka), von der aus die Worte des Imman durch natürliche “Lautsprecher” den Betenden wiederholt wurden. Vom Hauptliwan führt eine Tür in der Kiblawand in einen großen Raum, dem Mausoleum des Sultans Hassan. Da nun prinzipiell im Islam nur Allah angebetet werden darf, entsteht durch die Platzierung dieses Mausoleums ein gewisses Problem - die Betenden verneigen sich (auch) vor dem Sultan. Angeblich nahm jedoch sein Leichnam ein abenteuerliches Schickal - der Sarg des Herrschers sei leer (so unser Guide) und somit wieder alles in Ordnung. Unmittelbar neben der Sultan Hassan Moschee befindet sich die Ar Rifa´i-Moschee; in ihr befinden sich verschiedene Grabmäler, insbesondere die des Chediven (Vizekönigs) Ismail und des letzten Schahs von Persien.

Ibn Tulun Moschee:

Die Ibn Tulun Moschee ist von der Sultan Hassan Moschee aus zu Fuß leicht erreichbar . Nach der Amr Moschee ist sie die zweitälteste Moschee Ägyptens. Im Gegensatz zur Amr Moschee ist sie jedoch weitgehend im ursprünglichen Zustand erhalten. Ahmad Ibn Tulun hatte sich von den Abbasidenkalifen in Bagdad unabhängig erklärt und auf dem Kalat el-Kabsch Hügel die große Hofmoschee nach dem Vorbild Samarras in den Jahren 876-879 (also noch vor der eigentlichen Gründung Kairos) erbauen lassen. Insbesondere die Form des Minaretts mit den spiralförmig - wie wie bei einem gerollten Blatt Papier - geführten Außentreppen erinnert an die kalifischen Vorbilder. Besonders bedeutend sind die teilweise noch im Original erhaltenen (??) hölzernen Friese aus Sykomoren Holz (der Legende nach von der Arche Noahs) mit Koransuren. Nicht versäumen sollte man den Aufstieg auf das außergewöhnliche Minarett, von dem aus man einen guten Überblick über das Dach und den Hof der Moschee sowie die umliegenden Stadtteile hat.


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